Am 7. September beginnt im Theater an der Gumpendorferstraße die neue Saison mit der Wiederaufnahme von „Ödipus“, der gefeierten Kriminalkomödie von Alexander Pschill und Kaja Dymnicki. Nur wenige Wochen darauf präsentiert sich das allererste Premierenfieber der TAG-Saison 2022/23 als ideales Gegenmittel gegen den im Herbst einsetzenden Temperaturabfall. „Onkel Wanja“ von Anton Tschechow ist die erste der insgesamt vier Premieren, die in der Gumpendorferstraße zu sehen sein werden.

Anzeige
Anzeige

Arturas Valdudskis, bekannter Tschechow-Experte, der am TAG schon erfolgreich „Die Möwe“ und den „Kirschgarten“ inszeniert hat, bringt nun auch „Onkel Wanja“ auf die Bühne – auf die für den Regisseur typisch minimalistische Weise. Aber auch das Komödienhafte kommt bei Valdudskis nicht zu kurz.

Das TAG in der Saison 2022/23
Arturas Valudskis bringt Tschechows „Onkel Wanja“ in der für ihn typischen poetisch-reduzierten Weise im TAG auf die Bühne.

Foto: Anna Stöcher

Iphigenie in einer Neufassung

„Bin ich noch immer das Objekt, das Opfer, das vom Vater an den Bestbieter verkauft wurde? Ich scheiß auf euch!“ So lautet einer der bekanntesten Sätze aus Goethes Tragödie „Iphigenie auf Tauris“, die im TAG in einer Bearbeitung der Regisseurin, Dramaturgin und Autorin Angelika Messner auf die Bühne kommt. Sie überprüft mit ihrer Neufassung die moralisch so anspruchsvolle Rollenzuweisung der Iphigenie und verlegt dabei die klassische Handlung ins Menschenhandelmilieu. Die Themen, die Angelika Messner in ihrer Inszenierung verhandelt, sind einerseits die Überprüfung der Existenz von echter Humanität in unserer Gegenwart sowie die Rolle der Frau als fremdbestimmtes Wesen.

Nestroy und Molière

Die Uraufführung „Höllenangst. No enlightenment please!“ von Bernd Liepold-Mosser lehnt sich an Johann Nestroys Posse „Höllenangst“ an. Liepold-Mosser, der im TAG bereits mit seiner Überschreibung von „Die Ratten“ von Gerhard Hauptmann überzeugte, verortet in seiner Bearbeitung die Figuren aus dem 19. Jahrhundert in unserer Gegenwart neu. Die sozialen Abstiegsängste betreffen nun auch den sogenannten Mittelstand und diffuse Gefühlslagen erfahren durch soziale Medien ihre digitale Verbreitung. Den Humor und die Schärfe von Nestroys Text behält er bei.

Anzeige
Anzeige

Die vierte Premiere ist ebenfalls eine Uraufführung und bringt wieder einen Klassiker ins TAG. Der in der Schweiz geborene Regisseur Fabian Alder versetzt Molières Stück „Der Menschenfeind“ mit viel Humor in die Welt von heute. Obwohl Alder sowohl den Grundplot als auch Reim und Versmaß beibehält, zeigt er mit seiner gewitzten Überschreibung, wie zeitlos und brisant dieser Komödienklassiker sein kann. Und wie viel Komik manchmal auch in Wut steckt.

Weitere Infos zu den Stücken und zum Spielplan des TAG!